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Aufgabe von Gebäuden in unserer Pfarrei
Geschrieben von Pfr. Guido J. Ittmann   
Dienstag, 23. März 2010

Während die Natur nach langem, hartem Winter endlich wieder erwacht und Neues zum Leben erweckt, mag manchem in der Pfarrei eher weniger nach Frühlingserwachen zumute sein.

Allzu groß und wohl auch allzu unappetitlich kommt das Osterei daher, das uns in diesen Tagen ins Nest gelegt wird.

Zwar ist es bunt und schillernd, doch kaum will man es wagen, seine spröde Schale aufzuklopfen.

Wir müssen es dennoch tun. Denn wenn wir dieses Ei nicht bewältigen, werden wir uns in den nächsten Jahren noch an viel größeren den Magen verderben...

So sind am 10. März die Frauen und Männer des Pfarrgemeinderates (PGR) in ihrer öffentlichen Sitzung nach eingehender Erörterung der finanziellen und seelsorglichen Gesamtlage unserer Pfarrei zum Entschluss gelangt, die Bauträgerschaft des Kindergartens St. Martin aufzugeben und dies als Votum an den Verwaltungsrat (VR) weiter zu geben.

Daraufhin hat der VR am 11. März beschlossen, die Bauträgerschaft des Kindergartens bis Ende des Jahres 2010 aufzugeben und mit der Stadt Püttlingen hinsichtlich der Zukunft des Kindergartens Gespräche aufzunehmen.

Wir bedauern alle miteinander, dass mit dieser Entscheidung unter Umständen auch der Standort des Kindergartens selbst gefährdet ist, hoffen jedoch, dass die Stadt Püttlingen dies verhindern wird.

In Anbetracht der sich seit Jahren abzeichnenden Finanzmisere der Pfarrei, die in einem viel zu großen Gebäudebestand ihre einzige Ursache hat, hat der VR einen weiteren folgenschweren Überlegungsprozess in Gang gesetzt. 

Unserer Pfarrei verfügt derzeit über vier Kirchen (Pfarrkirche, Begegnungskirche, St. Peter und Paul Walpershofen, Kapelle Etzenhofen) und vier Pfarrheime (großes Schwesternhaus, kleines Schwesternhaus, Pfarrheim Begegnungskirche, Pfarrheim in Walpershofen). Hinzu kommt das Pfarrhaus mit Doppelgarage.

Es ist auch bei bestem Willen nicht möglich, all diese Gebäude weiterhin zu unterhalten. Aus diesem Grund ist es notwendig, Prioritäten zu setzen. Hinzu kommt, dass völlig unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Pfarrei für viele dieser Gebäude bereits jetzt kein Bedarf mehr besteht.

Der VR hat deshalb beschlossen, ab sofort und auf unbestimmte Zeit das Vermögen der Pfarrei ausschließlich zum Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden Pfarrkirche, des Ensembles des Schwesternhauses sowie des Pfarrhauses zu verwenden und somit an allen anderen Gebäuden keine Sanierungs- und Baumaßnahmen mehr durchzuführen.

Für Walpershofen bedeutet dies, dass die derzeit geplante und vom Bistum Trier genehmigte Sanierungsmaßnahme zur Sicherung der Kirche in Walpershofen allein durch den dort bestehenden Kirchenbauverein und damit durch die Unterstützung der ortsansässigen Bevölkerung finanziert werden muss.

Sollte dies nicht gelingen, müsste die Kirche in Walpershofen in den nächsten Monaten geschlossen werden. Gleiches wird in Zukunft für das Petrusheim gelten.

Dagegen besteht für die Kapelle in Etzenhofen derzeit kein Handlungsbedarf. Aber auch hier gilt: Es können keine Maßnahmen mehr aus dem Vermögen der Pfarrei finanziert werden. 

Hinsichtlich der Begegnungskirche müssen wir ebenfalls einen allmählichen Prozess des Abschiednehmens einleiten. Geplant ist hier, dass wir uns im Rahmen eines Zeitraumes von zehn Jahren, also bis 2020, vom Gesamtkomplex der Begegnungskirche mit integriertem Pfarrheim trennen werden. Dies wird also keineswegs von heute auf morgen geschehen und auch nicht möglich sein.

Es sei denn, es würde ein unvorhersehbarer Schaden am Gebäude auftreten, der die Betriebsfähigkeit des Gebäudes unmittelbar gefährden würde.

Insgesamt gilt: Wir wollen und müssen die finanziellen und pastoralen Kräfte der Pfarrei bündeln und neu ordnen. 

Auch im Hinblick auf die Zusammenführung unserer Pfarrei mit den zwei Riegelsberger Pfarreien ab September 2011 sind diese Planungen unumgänglich.

Wir bitten hiermit alle Pfarrangehörigen, sich der überaus ernsten Situation unserer Pfarrei sowie auch der gesamtkirchlichen Wirklichkeit im Bistum Trier und in Deutschland bewusst zu werden und sich dieser ernsten Lage konstruktiv zu stellen.

Die von so vielen Christen zu Recht eingeforderte Erneuerung der Kirche fängt bei uns selbst an. Wir können nicht glaubhaft Veränderungen von anderen einfordern, solange wir selbst nicht dazu bereit sind.

Gerade in diesen österlichen Tagen könnte uns auf neue und in vertiefter Weise klar werden, dass wir Christen nicht berufen sind, die Asche der Vergangenheit zu bewahren, sondern dazu, das Feuer des Glaubens in die Zukunft zu tragen.

Christus ist auferstanden. Nicht liegen geblieben.

Ein frohes Osterfest wünschen Ihnen 

Guido J. Ittmann            Regina Schröder                      Werner Jungmann

Pfarrer                           Vors. PGR                                2. Vors. VR